Eindrücke aus Berkeley von Daniel Meyer

Daniel Meyer ist Student an der FSU Jena und befindet sich noch bis Mitte Mai 2015 für einen Forschungsaufenthalt an der University of California in Berkeley. Nebenbei ist er Redaktionsmitglied der Studentenzeitung Akrützel, wo er Anfang Februar folgenden Artikel veröffentlicht hat:

Gegenüber vom Golden Gate  -  Studieren in Jenas Partnerstadt Berkeley

Berkeley ist anders – anders als alle anderen US-Städte und doch wieder ganz typisch: nämlich eine Studentenstadt par excellence. Unweit von San Francisco im sonnigen Kalifornien gelegen und nach einem irischen Philosophen benannt, ist Berkeley Aushängeschild der University of California und Keimzelle der Hippie- und Studentenbewegung zugleich. Hört man sich unter Einheimischen um, so fällt sofort auf, dass sie ihre Stadt unisono als tolerant, alternativ und progressiv ausgeben. Als einen Ort neuer Ideen, der anderen Städten in sozialer, politischer und ökologischer Hinsicht immer einen Schritt voraus ist.

Um ein Gefühl davon zu bekommen, was an Berkeley so besonders ist, empfiehlt es sich zwischen Telegraph Avenue und People‘s Park innezuhalten, den allgegenwärtigen Marihuanageruch aufzusaugen und sich vom bunten Miteinander der Straßenhändler, Obdachlosen und Studenten inspirieren zu lassen. Vom Kartenspiel mit einem gelangweilten Stadtstreicher bis zur spontanen Jamsession mit zwei Gossenpunks ist hier zwischen den unzähligen Yoga-Zentren und Second-Hand-Shops alles drin. Denn auf Berkeleys Straßen wandelt man irgendwo im Nirgendwo zwischen Hippie-Vergangenheit und Hipster-Zukunft umher. Der Wind weht europäisch: Fußgänger und Fahrradfahrer prägen die  Innenstadt und das öffentliche BART-System verbindet Berkeley mit der Außenwelt. Ein Hauch Kommunismus sorgt außerdem dafür, dass der Kapitalismus draußen bleibt und es bis heute kaum große Fastfoodketten oder Einkaufszentren gibt. Und typisch Öko ist der jüngste Clou der Stadt: eine Steuer auf zuckerhaltige Limonaden. Die erste ihrer Art in den USA.

Seinen Anfang nahm alles in den 1960er Jahren, als Studenten an der UC Berkeley gegen autoritäre Universitätsstrukturen protestierten und ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und politische Organisation einforderten. Was als Free Speech Movement begann, entwickelte sich in den Folgejahren zu einer globalen Studentenbewegung, die sich für Bürgerrechte einsetzte und gegen Krieg und Atomkraft demonstrierte. Auch die zur selben Zeit aufkommende Hippie-Bewegung im nahe gelegenen San Francisco fand schnell Anklang aufseiten der East Bay und ließ die Alternativkultur entlang der Telegraph Avenue regelrecht explodieren. Die Geschichte Berkeleys beginnt schon früher, nämlich im Jahre 1868, als die University of California unter staatlicher Trägerschaft ins Leben gerufen wurde. Bis heute thront sie mit ihrem imposanten Wahrzeichen, dem Sather Tower, über dem zehn Jahre jüngeren Ort und trägt selbstbewusst die Marke „Berkeley“ in die Welt hinaus. Freilich nicht immer zum Wohlgefallen aller, wie die Pionierleistungen auf dem Gebiet der Nuklearforschung und der Mitwirkung an der ersten Atombombe vermuten lassen. Heute sind diese Zeiten im dezidiert atomfreien Berkeley allerdings längst Vergangenheit und die rund 45.000 Studenten, die täglich die Stadt durchkreuzen, müssen sich höchstens vor dem nächsten Erdbeben fürchten.

Für Jena hingegen ist Berkeley auch und zuvorderst eine von sieben Partnerstädten. Die Initiative hierzu kam 1989 von amerikanischer Seite, da man sehr an einer ostdeutschen Wende-Stadt interessiert war und in Jena obendrein eine strukturell ähnliche Stadt erblickte. Anfangs ignoriert und mit der Zeit in Vergessenheit geraten, sollte es rund zwei Jahrzehnte dauern, bis Jena die Städtepartnerschaft wiederentdeckte und offiziell anerkannte. Nach Einschätzung von Janine Tavangarian, Referentin für Städtepartnerschaften und Europaangelegenheiten, erweist sich der interkulturelle Dialog mit Berkeley seitdem aber als sehr fruchtbar: Jena könne etwa wirtschaftlich von der Nähe zum Silicon Valley profitieren oder von der lokalen Umweltpolitik lernen. Letztere wird auch Schwerpunktthema des zweiten Besuchs in Berkeley sein, der für Anfang 2015 geplant ist und den Klimadialog vorantreiben soll.

 

Neben dieser politischen Partnerschaft existiert seit 1999 auch auf universitärer Ebene ein Austauschprogramm zwischen der FSU und der UC Berkeley, das jährlich einer Handvoll Jenaer Masterstudenten erlaubt, für ein oder zwei Semester an einer der renommiertesten Universitäten der Welt zu studieren. Wer sich diese Chance nicht entgehen lassen will, kann sich noch bis Ende März über Professor Jörg Nagler (Historisches Institut) bewerben und mit etwas Glück schon im August nach Kalifornien fliegen. Ins Studentenparadies Berkeley, direkt gegenüber der Golden Gate Bridge.


SchülerInnen aus San Marcos besuchten die Partnerstadt Jena

Ein paar Schüler aus San Marcos besuchten uns in einem langen Zeitraum hier in Jena. Sie kamen am 25.03.14 in Jena an. Dies war ein Schüleraustausch mit der Jenaplan Schule – Jena für 4 Wochen. In dieser Zeit haben sie viel von Jena entdeckt und neue Sachen gesehen.

 

Weitere Infos unter der Partnerstadt "San Marcos".

Verantwortungsgruppe vom DJR trifft auf Ivan aus Wladimir

 

Die Partnerschaft zu Wladimir entstand schon vor der Wende. Der intensive Kontakt begann Anfang 2002. Mit einem Jugendaustausch zwischen den Städten Jena und Wladimir, dieser besteht heute immer noch und nennt sich „Mixtour.“ 2008 wurde ein Abkommen der ÜAG Jena und Euro-Group aus Wladimir getroffen welches besagt, dass es einen Jugend-, einen wirtschaftlichen- und einen sozialen Austausch gibt. Ivan wünscht sich für die Zukunft das dieser Austausch weiterhin regelmäßig weiter geführt wird.

 

Dafür werden Freiwillige ab 18 gesucht die im Sommer nach Wladimir fahren. Wer Lust hat kann dazu den Kaktus kontaktieren

 

 

Telefon:                                                     E-Mail:

03641-215596                                            streetwork-winzerla@jena.de

0173-5739191

Mixtour

 

Seit 2002 gibt es die "MixTour". Jedes Jahr abwechselnd findet dieses Projekt entweder in Wladimir oder Jena statt. Die Jugendlichen wohnen während der Zeit in Gastfamilien. Gemeinsam wird an einem Thema gearbeitet, z.B. "Ich bin wie du", die Städte werden erkundet, Museen und Konzerte besucht und alles was junge Leute gerne machen.

 

2008 waren drei Erlanger Jugendliche mit auf Tour in Russland.

 

 

Zum 10. Mal MixTour in Jena! (09.07.2013)
 
Jugendliche aus Wladimir und Aubervilliers sind vom 4. - 14.7. bei uns zu Gast. Veranstaltungsort war das JZ polaris.